Authentisch sein

Kennst du das: Authentisch sein?

Täglich haben wir mit vielen Menschen zu tun. In welchen Situationen hat man ein seltsames Bauchgefühl? Beim Plausch mit dem Nachbarn? Beim Einkauf im Supermarkt? Oder vielleicht während der Bahnfahrt…? Im Büro, bei der Arbeit allgemein? Privat auf einer Party? Wie geht authentisch sein?

Auf Anhieb fallen mir tausend Beispiele ein:

„Guten Tag, darf ich Ihnen helfen? Kaufen Sie doch mein Produkt!“

„Ja, eigentlich bin ich der Meinung…“

„Ich verstehe Sie. Helfen Sie mir, nehmen Sie an dieser Umfrage teil.“

„Aber das tut man doch nicht!“

„Hallo, mein Name ist Peter – darf ich Ihnen meine Dienstleistung vorstellen?“

„Ah, du bist Ralf. Mein Geschäftspartner heißt auch Ralf. Wir machen…“

introwertiert Maske authentisch sein
Maske

Leute, chillt mal euer Leben! Verstellt euch nicht. Und schon gar nicht nur aus dem Grund, weil ihr etwas verkaufen wollt. Die Menschen spüren das nämlich. Immer und überall werden sie bombardiert. Nirgends kann man sich unterhalten – ohne als Konsument betrachtet zu werden.

Bei der Arbeit, in der Politik, aber auch in der Freizeit wird man bei minimalen Fehltritten oft zerrissen. Sag bloß kein falsches Wort. Sei stets auf der Hut, man weiß ja nicht… Im Business allemal – mach es allen recht! Sei ohne Fehl und Tadel – professionell heißt das Zauberwort. Ich glaube, das schürt etwas Angst bei einigen.

Angst vor Abweisung. Angst vor Shitstorm & Co. Warum? Das muss nicht so sein. Die Lösung: Authentisch sein!

„Sag deine Meinung“ – so heißt es stets. Doch in Zeiten von Bewertungs-Portalen und grenzenloser Transparenz: Wer traut sich denn noch, authentisch zu sein? Wirklich ehrlich zu sich und seinem Wertesystem zu stehen? Ohne an der nächsten Ecke die Missgunst zu erhalten… Authentisch sein und es auch langfristig zu bleiben: Das ist schwierig geworden.

Authentisch sein – oder Heuchelei?

Fühlen wir einmal in uns hinein. Auch, wenn wir es nicht exakt benennen können: Aber Authentizität spüren wir irgendwie. Beim Kollegen, der freundlich tut. Doch seine Augen fressen einen förmlich auf. Am Telefon oder in der Coaching-Session – da merken wir ganz genau: Wird uns jetzt geholfen oder nur etwas aufgeschwatzt? In einer privaten Runde: Kann man sich entspannen und erzählen – oder wird später alles gegen einen verwendet werden?

Ehrlich zu Werke gehen. Vertrauen. Seine Werte vertreten. Und nicht immer nur auf den eigenen Vorteil aus sein. Das alles macht Authentizität aus. Den Menschen helfen – und ihnen nichts vorspielen. Natürlich stellen mir – gerade in Sachen Online-Marketing – alle die Frage:

Aber ich kann mich doch nicht zeigen, wie ich wirklich bin. Dann verkaufe ich doch nichts…!

Warum? Und ist das wirklich so? Kann man nicht ehrlich sein und dennoch den Umsatz steigern? Kann man sich nicht gemäß seiner Werte verhalten, ohne es büßen zu müssen? Dürfen wir nicht unsere Persönlichkeit zeigen? Ich finde: Diese Freiheit sollten wir uns nehmen! Denn Authentizität ist rar geworden. In Zeiten von diversen TV-Shows, Selbstdarstellern und schlechten Produkten / Dienstleistungen.

Authentisches Verhalten öffnet uns langfristig viel mehr Türen als alles andere. Man selbst bleiben macht glücklich. Es lässt das Selbstbewusstsein explodieren – auch im privaten Bereich: Nicht selten verstellen wir uns, bei der Partnerwahl beispielsweise. Oder wenn wir etwas haben wollen. Und das „nur“, um zu gefallen! Dann bekommen wir oft Rückmeldung: „Du verhältst dich komisch.“ Und genau dann ist es fehlende Authentizität.

Authentisch sein = Eigentlichkeit

Ja, richtig gelesen: „Eigentlichkeit“. Ein seltsames Wort, nicht wahr? Es wird praktisch nicht mehr benutzt. Ursprünglichkeit könnte man stattdessen verwenden. Und da erschließt sich der Sinn, warum wir uns mit der Eigentlichkeit befassen: Es hängt stark mit der Authentizität zusammen.

Wenn wir sagen: „Sei echt, integer, redlich und kein Blender!“ – dann meinen wir: Zeige Eigentlichkeit. Sei so, wie du normalerweise bist. Wie zuhause, alleine oder mit guten Freunden. Eigentlich eben. In der Umgangssprache hat es sich Stück für Stück eingeschlichen, dass ein „aber“ auf die Einleitung mit „eigentlich“ folgt:

Eigentlich finde ich dich ja nett, aber….“

„Ich würde eigentlich schon gerne mitkommen, aber…“

Soll ich weitermachen? Wir sehen: Irgendwie ist es negativ besetzt, so eine Eigentlichkeit. Muss es aber gar nicht. Wenn jemand fragt: „Wie fühlst du dich?“ und es ernst meint, geben wir meist auch eine authentische und ausgiebige Antwort. Spüren wir jedoch eine Eigentlichkeit in der Fragestellung bzw. im Unterton, so zögern wir. Wir fragen uns: „Was will die Person eigentlich wirklich…?“

introwertiert Schild authentisch sein
Schild Authentizität

Besonders im Business kommt das häufiger vor. Manchmal verhalten sich Selbstständige extrem freundlich, und da kann es als Schleimen ausgelegt werden. Befreien kann man sich, indem man seine Persönlichkeit erforscht, herausstellt und sich Freiheit gönnt: Die Freiheit, mal nicht verkaufen zu wollen. Sondern vielleicht einfach mal Erfahrung sammelt. Echtes Interesse zeigt. Sich austauscht – Authentizität ausstrahlt. Das sind Coachingtipps, die in kaum einer Karrierebibel stehen.

Das Wort „eigentlich“ – kann das authentisch sein?

„Nun, eigentlich hast du ja Recht.“ Und dann folgt das große aber! Was bedeutet eigentlich eigentlich? Dass man herum-eiert. Dass vielleicht dein Selbstbewusstsein nicht sehr groß ist. Seine Meinung sagen – authentisch sein – da ist nichts Schlimmes bei. Im Gegenteil: Jeder Karriereexperte gibt Coachingtipps zu diesem Thema. Im Vorstellungsgespräch soll man sich ehrlich verhalten. Kein Personaler möchte Ja-Sager. Sondern Menschen, die sich die Freiheit nehmen und Klartext sprechen.

Schließlich hat Authentizität auch etwas mit Mut zu tun.

Ob vor dem Chef, dem Traumpartner oder sonst jemandem. Fühlen wir uns wohl dabei? Nicht immer – und das ist völlig in Ordnung! Jeder hat Bammel vor gewissen Situationen. Doch wer sich verstellt, torpediert jede Selbstannahme. Das Selbstbewusstsein leidet. Man beraubt sich die Freiheit seiner klaren Gedanken. Und die andern fühlen das auf Anhieb.

Folgendes Video meines Kollegen ist sehr bewegend. Deshalb möchte ich es nicht vorenthalten:


Video: Authentisches Marketing

Wie verhalten wir uns gegenüber guten Freunden? Zögerlich, komisch, falsch – oder ausgelassen, fröhlich und authentisch? Niemandem muss man etwas beweisen, man zeigt seine Persönlichkeit. Kein Knigge verbietet etwas – wir genießen die Freiheit zu sagen, was wir wollen. Manches Mal ist Selbstbewusstsein nicht gleich Selbstbewusstsein: Das kann auch am Boden liegen. Und trotzdem zeigen wir das unter Freunden.

Was lässt uns denn aufblühen? Aufrichtige Anteilnahme. Mit jemandem fühlen. Länger und öfter mal nach dem Warum fragen. Das heißt echtes Interesse zeigen. Und wenn wir fühlen: Du verhältst dich authentisch – also zeige ich mich ebenso. Die eigene Echtheit steckt an! Ob im Bewerbungsgespräch oder sonst wo:

Plötzlich ist man auf derselben Wellenlänge, und ohne Authentizität wäre das nicht möglich.

Authentisch sein: Aufrichtige Gefühle

Wir sind launisch, pedantisch, chaotisch oder einfach nur nett. Manchmal wünschen wir uns sogar, anders zu sein. Doch versuchen wir das – verletzen wir unsere Echtheit. Authentischen Merkmalen können wir nicht entfliehen. Und das ist gut! Wer Menschenkenntnis besitzt, bemerkt schnell gekünsteltes Verhalten. Schleimen ist ein häufiges Beispiel: „Du verhältst dich bei Person XY immer verkrampft lieb.“

Warum ist Authentizität so unheimlich wichtig? Nun, weil es jeden Lebensbereich betrifft. Speziell natürlich auch dein Business. Im Selbstmarketing – so wissen alle – muss man sich zeigen. Und dann geht es los: Es wird posaunt, gelogen und weggelassen. Selbstbewusstsein schöpfen wir, sobald Geld fließt, die Auftragsbücher voller werden. Wir fühlen uns… nicht authentisch. Spätestens, wenn wir Werbung schalten. Da meldet sich unser Bauchgefühl.

Unsere Antenne für Echtheit und Persönlichkeit.

Dazu kommt: Am liebsten würden wir einen Knopf drücken, und das Online-Marketing übernimmt. Doch dass davor eine Phase kommt, in der wir uns in Authentizität üben sollten – das mag niemand hören^^ Warum überlegen wir nicht öfter, was wir wirklich Gutes in die Welt bringen möchten? Wie wir den Menschen wirklich helfen können? Dass wir deren Feedback nutzen können als Gradmesser: Wie authentisch agieren wir bereits?

Apropos fühlen: Auch Ärger, Wut und Abneigung sind Ausdruck von Authentizität. Mir fällt spontan ein Video vom sehr geschätzten Kollegen Stefan Frädrich ein. Darin flucht er sogar – ZURECHT! Nun, manche sagen: „Kann er doch nicht machen, du verhältst dich schlecht, ach dieses Verhalten…“ Ab und zu darf man aus sich herausgehen. Für die Sache kämpfen. Selten habe ich jemanden dermaßen authentisch erlebt.

Mit Online-Marketing authentisch sein

Kann das denn funktionieren? In Zeiten von Marktschreier-Methoden und Selbstdarstellern fällt das schwer zu glauben. Auch sich selbst vermarkten: Im Vorstellungsgespräch verhältst du dich forsch – weil es der Karriereexperte eben so schrieb. Fühlst du dich dabei als ein authentisches Wesen? Oder öfter wie gezwungen? Manchen fällt es total leicht, zu übertreiben und dennoch in ihrer Echtheit zu bleiben. Mit Charme und Knigge verhalten sie sich beinahe aggressiv – aber es passt irgendwie.

Doch das sind Ausnahmen. Wir anderen wissen, wie es sich anfühlt, wenn wir täuschen. Indem wir etwas vertuschen beispielsweise. Und das hat etwas mit Selbstannahme zu tun. In der Karrierebibel steht nämlich – gerade vor dem Personaler sollte man aufrichtige Worte finden. Coachingtipps setzen an diversen Stellen an: Man soll möglichst auswendig lernen, was im Vorstellungsgespräch sowieso gefragt wird. Solange das dein authentisches Grund-Verhalten nicht trübt, geht das in Ordnung.

introwertiert authentisch sein im Online-Marketing
introWERTiert steht für authentisches Online-Marketing

Und genau so fügt sich auch alles im Online-Marketing zusammen. Authentisch sein – das bleibt im Kern deine Echtheit. Wenn wir unseren Kunden wirklich helfen, fühlst du es. Verhältst du dich öfter und länger gegen deine Natur? Das rächt sich irgendwann. Weshalb haben wir Angst vor Shitstorm & Co.? Schrieb ein Troll kürzlich niederschmetternde Einträge auf der Webseite? Das kommt öfter vor. Ist aber nicht so schlimm, wie es sich anfühlt. Denn zumeist ist die harsche Kritik unberechtigt.

Kommt es zum Fall, dass wir tatsächlich einen groben Fehler gemacht haben: Ruhig Blut. Aufrichtige Entschuldigungen können einen besser dastehen lassen als vorher. Und der Troll – egal, was er auch schrieb – weiß, wie es sich anfühlt: Einen Fehler begangen zu haben. Echtheit und öfter mal auf die Perfektion verzichten. Knigge gibt es nicht ohne Grund – doch manchmal nehmen wir uns zu ernst. Karriereexperte hin oder her. Authentischen Unternehmern gegenüber verzeihen die Kunden viel lieber.

Leise und gleichzeitig authentisch sein

Oft fühlen sich ruhige Charaktere unter Druck gesetzt: Nur die erste Geige zählt. Der Rest wird übersehen. Das stimmt selbst im Internet nur zum Teil. Denn wir müssen nicht immer der/die Beste sein.  Was, wenn jeder besser als der andere wäre?  Dann wäre es niemand…! Zwischen Langeweilern und Marktschreiern gibt es eine riesige Spanne.

Also: Sein wir anders. Nicht besser, schneller, und schon gar nicht billiger… Sondern anders!

Soll ich euch etwas Witziges verraten: Alleine dadurch, dass wir anders sind, zeigen wir uns schon als jemand mit authentischen Zügen. Denn die Allermeisten kopieren die Online-Marketing Methoden von irgendwoher. Stopp! Wir selbst sein, unseren eigenen Weg finden – egal, was der Karriereexperte oder Eltern sagen. Oder was wir in einer Million Coachingtipps gesammelt haben.

Denn es geht auch leise, aber mutig. Die ruhigsten werden die ersten sein. Authentisches Online- und Selbstmarketing wird sich dauerhaft durchsetzen. Davon bin ich überzeugt. Zumindest bei den nach innen gekehrten, introvertierten Menschen. Ihre Werte verteidigen sie wie Berserker. Authentischen Menschen sieht man deren Aura förmlich an. Du fühlst es. Echtheit führt zu Selbstannahme, Selbstvertrauen – und Glück.

All das führt dann zu glücklichen Kunden. Einfach, oder? Was sollten wir also öfter tun? Was ist der Knigge des Online-Marketings?

  • Du verhältst dich nach authentischen Maßstäben, von dir SELBST gesetzt!
  • Aufrichtige Menschen handeln nicht immer für sich selbst, sondern helfen öfter mal…
  • Fühlst du dich leer, verletzt oder bedrückt? Denke an Werte und deren authentischen Umsetzung.
  • Knigge schrieb einiges auf – Grundsätzliches zum feinen Benehmen. Doch vergiss nicht deine Echtheit.
  • Ob aufrichtige Rezensionen (selten heutzutage!), authentisches Auftreten in Videos oder seine Echtheit zeigen in ausschließlich digitalen Produkten: Zeige wirklich aufrichtige Leistung – und es wird sich kein Kunde länger entziehen können! Und die Anpreisung fällt Stück für Stück geringer aus – was sich super anfühlt.

Eine wirklich tolle Zusammenfassung gibt es in folgendem Video. Die herzliche Kollegin von “Glücksdetektiv” bringt es auf den Punkt:


Video: 5 schnelle Tipps

Fazit zum authentisch sein

Ob wir es echte Persönlichkeit nennen oder Authentizität. Eigentlichkeit oder Ursprünglichkeit. Halten wir uns ein wenig mehr fern von alt eingesessenen Coachingtipps und der eingestaubten Karrierebibel. Weg vom Ellenbogen-Verhalten und Schwätzerei.

Weg von Marktschreier-Methoden, die ja doch nur jeder vom anderen nachmacht.

Wir sollten stets authentisch sein, dann sagen die andern nicht: „Du verhältst dich total steif, irgendwie gehemmt.“ Stattdessen glänzen wir mit Wertesystem, Persönlichkeit und Mut zum anders sein. Kleine Fehler werden verziehen – bei Facebook oder anderswo. Der ganze Rest, dein komplettes Verhalten, wird unser Selbstbewusstsein in den Himmel heben.

Nehmen wir uns die Freiheit, was wir nicht mehr in unserem (Geschäfts-)Leben haben möchten. Das wird Eindruck schinden, und wir kommen automatisch noch mehr in unsere Authentizität (Eigentlichkeit). Denn eigentlich ist es ganz einfach. Egal, mit welcher Situation und mit wem wir es zu tun haben:

Aufrichtige Worte und Gesten, authentisches Verhalten helfen immer. Ob im Vorstellungsgespräch, Büro-Alltag laut Karrierebibel, Seminar mit unzähligen Coachingtipps. Oder privat – in ganz normalen Situationen. Wenn du dir deine Eigenheiten und Stärken vor Augen führst, und stets danach handelst. Dann bist du authentisch.

Eine herzliche Empfehlung zum Schluss habe ich noch für dich: Den “Authentisch im Business” Online-Kongress. Dort werden 30 Unternehmer interviewt zum Thema werte-basiertes Business, authentisch sein und Integrität. Manche von ihnen durfte ich selbst kennen lernen. Was soll ich sagen – es sind tolle Persönlichkeiten. Schaue einmal rein: Hier geht’s zu den Interviews.

Authentisch im Business Online-Kongress
Authentisch im Business Online-Kongress

 

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